expert11 – Moderne IT-Services verlangen bessere Standards!

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Steffen, grüß dich Hallo Martin, Ja, Ergebnisse. Du hast gerade auf Ergebnisse geguckt. Als Manager guckt man immer auf Ergebnisse. Ja, das ist so. Ja, aber wir wollen heute nicht nur über finale Ergebnisse sprechen, sondern wir wollen auch über Wege dahin sprechen. Zu guten Ergebnissen. Und bevor wir einsteigen in unsere Tour, gucken wir mal auf diesen wunderschönen Bully. Ein wunderschönes Oldtimerstück,
muss man tatsächlich sagen. Von VW. Voller Emotionen. Die Leute lächeln uns wahrscheinlich
nachher sehr intensiv an, wenn wir damit unterwegs sind. Welche Attribute hat für dich so ein Fahrzeug? Ja. Emotionalität, Freiheit, 70er, 60er Jahre, surfen, tolles Wetter. Daran denke ich. Und dann natürlich hier ganz toll VW Fujitsu. VW ist einer unserer größten Servicekunden
in Deutschland. Also das macht natürlich dann doppelt Spaß. Das ist für uns ein ganz tolles Attribut. Ja und ich freue mich einfach, mit dir da jetzt einzusteigen und eine Runde zu drehen Dann, auf geht es. Hier in so einem Oldtimer ist natürlich eine coole Geschichte, aber du bist ja selbst Oldtimer erfahren. Du fährst was für einen Oldtimer? Ich habe einen Mazda MX5, einen Miata. Tatsächlich einer der Ersten,
die ja zu Beginn in Amerika gebaut worden sind. Und der wird jetzt 28 Jahre im November. Zwei Jährchen brauche ich noch
und dann gibt es ein H-Kennzeichen, wenn er denn durchhält. Du kommst ja aus Westfalen. Genau. Welche Attribute ordnet man dir denn
als Westfale zu als Persönlichkeit. Ja, das ist, denke ich-. Wir sind ja schon so bodenständig. Nenne die Dinge gerne immer beim Namen. Und der eine oder andere sagt auch, wir gehen zum Lachen in den Keller. Das würde ich eher nicht sagen. Wir haben halt das Herz am richtigen Fleck. Und ja, das macht uns so ein bisschen aus. Du machst ja auch Industry Manufacturing. Da ist ja, wenn man in den Werkshallen, der Ton auch manchmal ein bisschen rauer. Genau. Aber da muss man ja auch durchaus auf Augenhöhe kommunizieren und da kann es auch schon mal sportlich werden. Richtig. Das bringt alles zusammen. Also klar, in unserem Geschäft, wir haben viel mit Kunden zu tun, die eigene große Fabriken haben. Wir selbst bauen ja gerade eine CE-Service Fatory,
wo wir IT-Service produzieren wollen. Und mein Credo ist schon, also in so einer Fabrik darf es gerne auch schon mal lauter sein, oder auch direkter. Aber eben immer mit, ja ich sage mal, vielleicht auch mit einem Augenzwinkern, dass man sich hinterher noch
in die Augen gucken kann. Hinterher noch ein Bier trinken gehen kann. Aber es ist immer wichtig, gerade in unserem Job, wir müssen oft schnell reagieren und wir müssen die Dinge
auch einfach beim Namen nennen. Und das ist, glaube ich, wichtig, dass man das macht. Wenig politisch agiert,
weil das bringt sowieso nichts, aus meiner Sicht. Die Dinge ansprechen,
fertig machen und dann zum nächsten. Du hast gerade schon das Stichwort geliefert zum Thema Service, Service Delivery, Service Delivery Fabric. Das ist schon sozusagen der Fingerzeig,
wo die Reise hingeht. Ja. Das ist ja ein unheimlich komplexes Geschäft. Was macht die Komplexität der
Service Delivery eigentlich aus? Also die Komplexität macht aktuell aus, dass wir im Grunde genommen immer IT-Umgebungen unserer Kunden übernehmen, die selbst wenig standardisiert sind.
Die müssen wir dann standardisieren. Das ganz spielt unter einem hohen Kostendruck ab. Wir müssen SLAs anhalten,
müssen immer sehr schnell reagieren. Und grundsätzlich werden IT-Umgebungen, oder sind IT-Umgebungen immer komplexer geworden, weil sie gewachsen sind. Und wir sollen das vereinheitlichen,
wir sollen das standardisieren, automatisieren. Und da ist eben die Idee,
dass wir das über die Service Factory erledigen. Da kommt wieder ein bisschen der Fabrikansatz. Eine Fabrik lebt von Prozessen,
die sind einheitlich, die sind klar beschrieben, da weiß jeder, was er zu tun hat. Und das findet in der IT bisher noch nicht so statt. Und das werden wir jetzt angehen und machen. Was passiert dort gerade in dem SAP-Umfeld? Was macht das Thema
so spannend gerade im Moment? Ja. Ich fange mal an, wo das so ein bisschen herkommt. Also wir sind ja klassisch mit so SAP-Hosting gestartet. Das heißt, wir haben SAP-Systeme für unsere Kunden betrieben und die auch gemeinsam weiterentwickelt und jetzt gibt es eben den großen Schwenk
von der SAP selbst propagiert. Der Schwenk zu S/4Hana SAP-Systemen. Da steckt eine Datenbanktechnologie hinter, die im Kern das SAP schneller machen soll, die das SAP-System deutlich
größer machen kann und alles simplifiziert. Das ist mal gestartet mit S/4Hana im Finance-Umfeld. Simple Finance, hat sich dann in die anderen Modulgruppen weiterentwickelt und ist jetzt eben so aufgebaut, dass bis 2025 die SAP, die alten SAP-Umgebungen eben abkündigt, lizenzseitig. Und da liegt dann eben auch unser Markt.
Wir haben dort einen guten Zugang. SAP ist einer unserer wichtigsten und größten Partner. Und zusammen mit der SAP wollen
wir natürlich diesen Markt aufräumen und als Fujitsu dann
dementsprechend auch erfolgreich sein. Die brauchen auch definitiv
die Unterstützung von außen, weil sie es alleine wahrscheinlich
gar nicht managen können bei der Komplexität, oder? Ja. Und es ist immer wieder das Wort Komplexität. Man stellt sich dann auch immer, vielleicht auch ein bisschen durch, na ja ich sage mal, durch Fachzeitschriften propagiert, es ist alles simpel, es geht ja eh alles in die Cloud. Und man installiert da irgendwie SAP
und dann geht das schon alles. Also auch bei der S/4Hana – Migration
wird es prozessgetrieben sein. Man muss sich wieder die Landschaft anschauen, man muss sich die Prozesse anschauen. Man wird sicherlich mit Kunden deutlich stärker ein Standardisierungsweg einschlagen, weil komplexe Prozesse kann
sich heute niemand mehr leisten. Der zweite Grund ist Vereinfachung. Wir brauchen heute schnelle, einfache Prozesse. Und offen gesagt,
ein Produktionsprozess, der ist schon sehr ähnlich. Man muss irgendwo Material bereitstellen, vielleicht Rohmaterial, hat ein kleines Zwischenlager und setzt darauf aus, fertigt dann etwas. Da mag es die eine oder andere Besonderheit
pro Industrie geben, absolut richtig, aber man kann mal mit einem großen Standardset an schon vorgefertigten Prozessen loslaufen und sagen, lieber Kunde das wird hier in dem späteren Betrieb
in deinen Abläufen Zeit sparen. Zeit ist Geld. Und es wird auch weniger tatsächlich Personal notwendig sein, um das am Leben zu erhalten, diese Prozesse. 1800 Menschen sollen bei dir arbeiten. Stimmt das? Ja, das ist korrekt. Also das ist ungefähr die Zahl. Wir haben eine Zielgröße von fast 2000. Wahnsinn. Und allein diese Organisation neu zu strukturieren, das haben wir zum 1.4. gemacht und die, ich sage mal, dann auch ins Laufen zu kriegen. Es klingt immer so gut, ja,
Organisation, läuft dann schon. Nein, es ist leider nicht so. Wir wollen natürlich auch ganz viele
Dinge ganz anders machen. Und das fängt von der Meetingkultur an, das fängt von da an, wie wir miteinander umgehen. Das fängt darüber an, wie wir kommunizieren. Und das ist auch eben so ein Thema, die Erwartungshaltung an die Kollegen. Alle, wir müssen das Thema Teamwork stärken. Wir sind beim Thema Execution deutlich stärker dran. Gemeinsam die Themen voranbringen und das ist natürlich auch eine Führungsaufgabe und da bin ich auch mit meinen Führungskräften auch immer zum Thema Leadership unterwegs. Und das alleine zu machen, würde
mich schon auslasten, ehrlich gesagt. Aber ich habe ein super Team an Board und
mit dem gemeinsam geht das sehr gut. Hilft dir da dein westfälisches Gen dabei,
die Dinge fertig zu machen? Also vielleicht mag da auch eine gewisse Ungeduld drin sein. Das weiß ich nicht. Aber ich glaube schon, dass wir viele, viele Dinge, gerade in der IT heute auch eben viel
einfacher fertig machen können. Weil wir Methodiken dafür haben. Weil wir viel Erfahrung aus den letzten Jahren oder teilweise Jahrzehnten auch bei unseren Mitarbeitern liegen haben. Und die wissen ja auch ganz genau, wo so ein bisschen, wo man mal unter den Teppich guckt
und das wieder besser zuschiebt. Aber mit dieser Erfahrung, die eben da ist,
da ist es, glaube ich, sehr gut. Und kriegen wir die Kollegen auch
gut motiviert mitzumachen, das jetzt einfach mal anzugehen und die Dinge
dann auch fix fertig zu machen. Weil, wenn wir es nicht machen, macht es möglicherweise jemand anders. Oder nimmt uns das Geschäft weg. Und das ist nun das Letzte, was wir gebrauchen können. Das wollen wir nicht. So. Ich weiß, dass du, eingangs hast du gesagt,
du bist außergewöhnlich sportlich. Tennis sozusagen eine besondere
Leidenschaft deiner Person. Wir gucken uns gerade mal um hier. Wir haben ja noch Platz hier drinnen. Wir könnten ja noch jemanden mitnehmen. Ja, also tennisseitig wäre das ist
auf jeden Fall Rafa Nadal. Also das ist, aus meiner Sicht,
der beste Tennisspieler der Welt, auch wenn er aktuell Wimbledon nicht gewonnen hat und nur auf Platz drei der Welt ist. Weil Rafa einfach so in den Tunnel geht,
so fokussiert ist und der lebt den Sport. Ich glaube, die anderen beiden, die dort auch eine ganz gute Rolle spielen, machen das sicherlich auch. Aber der Typ kommt auf den Platz,
fightet um jedes Spiel. So wie wir um jedes Ding, um jeden Kunden, um jede-. Also da gibt es schon viele Analogien. Und auf den Platz zu gehen, da wird es entschieden. Und da ist er einfach Vorbild für mich, weil er auch in einem Alter gerade Tennis spielt, wo man eigentlich sagt, na,
jetzt wird es aber auch schon eng. Steffen, wir gucken mal ein Stück weit nach vorne. Ja. Die Veränderungen in der Arbeitswelt, in der Servicewelt sind ja wirklich bahnbrechend, muss man tatsächlich sagen.
Ja Wie ist so deine Einschätzung,
in den nächsten fünf Jahren, was kommt da auf uns, was kommt auf die Kunden zu? Ich denke, der Zuschnitt der Jobs wird sich ändern. Und es wird wichtig sein, eine funktionierende Automatisierung eben anbieten zu können. Und diese funktionierende Automatisierung, die setzt dann auch ganz viel Erfahrung,
die wir heute sammeln können. Die wir mit unseren Mitarbeitern
zusammen aufbauen konnten. Um etwas zu automatisieren, muss auch wissen,
was ich automatisiere und wie das geht. Oder, um es mal anders zu sagen,
so am Tennisbeispiel zu sein. Die Automatisierung, die wird
uns viel Arbeit abnehmen, absolut. Aber spielen muss man immer noch selbst. Und die Klaviatur, die man heute in der IT beherrschen muss, muss man auch zukünftig beherrschen, aber eben deutlich mehr angereichert auch mit dem Veränderungswillen eben jetzt Dinge schneller umzusetzen, schneller voranzubringen und über die Automatisierung zum Erfolg zu führen. Also nicht nur Technologie, sondern auch sozusagen die Komponente Mensch, die dann eben mindestens
gleichberechtigt im Mittelpunkt. Also der Mensch steht im Mittelpunkt. Das ist eines unserer Mottos von Fujitsu
und das ist absolut wesentlich. Es wird nicht helfen, der beste Techniker zu sein in Zukunft, sondern wenn die menschliche Komponente in den ganzen Veränderungsprojekten, die wir eben angehen, nicht gegeben ist, dann wird es schwierig. Steffen, häufig gibt es ja so ein privates oder ein berufliches Motiv, eine Maxime, die einen durch das Leben begleitet. Welches ist das bei dir? Bei mir ist das, ich sage es mal auf Englisch, don´t lie. Also, bitte nicht lügen. So bin ich ein bisschen erzogen worden auch. Und das ist mir schon ganz wichtig. Aufrecht sein. Aufrecht sein, genau.
Und eben die Dinge sagen, wie sie sind. Nun bist du als Service Delivery Manager natürlich jedes Mal unheimlich viel unterwegs. Gibt es einen Traum,
der dich begleitet auf deiner Aufgabe? Da gibt es eine ganze Menge, um offen zu sein. Aber es gibt momentan ist, glaube ich, der wichtigste Traum, dass wir wirklich den Überblick behalten über das, was wir gerade machen. Ein großes Veränderungsprogramm. Wir bauen eine Service Factory. Und das ist das Allerwichtigste. Eben den Überblick zu behalten. Und zu wissen, wo stehen wir gerade, wo geht es hin. Da sind wir hier genau richtig
bei diesem Blick auf Stuttgart. Ja, tatsächlich. Genau. Richtig.

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