3 thoughts on “Was ist ein PBN (Private Blog Network)? Wie ist der SEO-Nutzen 2019? | Seokratie

  1. Hi Julian, danke für dein Video. Bis jetzt war ich immer der Meinung, dass man von PBN´s die Finger lassen sollte! Ich habe gerade ein Projekt laufen wobei eine Ladingpage erstellt wird auf welcher Coachings zum Thema "How to live a rich Life" angeboten werden sollen. Der Call to Action soll eine Terminvereinbarung für ein persönliches Gespräch sein. Was würdest du sagen, macht es hier Sinn ein Private Blog Network aufzubauen? LG Dominik

  2. @Seokratie GmbH, Danke. Toller Beitrag. Danke! Was sagst Du zur Strategie von diesem – im SEO-Bereich starken – Reisedienstleister? https://www.erlebe-fernreisen.de bzw. https://www.erlebe-marokko.de/, https://www.erlebekuba.de/, etc. Das ist doch auch als PBN zu betrachten oder? Bemerkenswert ist hier: Sowohl die zentrale Website als auch die einzelnen Webs weisen seit Jahren ein (starkes) Wachstum auf. Was ist das Learning hier? PBNs können doch funktionieren aber nur mit echter Qualität?

    Danke noch mal für den tollen Beitrag 🙂

  3. Ich halte auch nichts von PBNs, bei Link-Audits stoße ich aber trotzdem noch oft auf welche. Vielen ist der Aufbau von PBNs aber zu aufwendig und so wird weiterhin auch auf Blogkommentarspam gesetzt. Wie stark der Umfang ist, lässt sich auch von außen erkennen. Intern werden die Kommentare in der WordPress-Datenbank mit einer fortlaufenden Nummer abgespeichert, die auch öffentlich auftaucht. Hier mal ein Beispiel wie das bei den Kommentaren unter dem neuesten Seokratie-Blogbeitrag aussieht:
    https://abload.de/img/kommentarnummerierungsrjzn.png

    Der rot umrandete Quelltextausschnitt zeigt, an welcher Stelle WordPress die Kommentarnummer einsetzt. Daraus ergibt sich, dass Antonias Kommentar die Nummer 1.058.631 hatte. Obwohl es den Seokratie-Blog über 10 Jahre gibt und Hunderte Blogbeiträge mit vielen guten Kommentaren verfasst wurden, dürfte ein Großteil der über 1 Million abgegebenen Kommentare Spamkommentare sein.

    Wie aktuell das Problem ist, lässt sich an einem Vergleich der laufenden Nummern erkennen: Antonias Kommentar hatte die Nummer 1.058.631. Einen Tag später habe ich einen Kommentar verfasst. Dieser hatte die Nummer 1.058.679. Das heißt, innerhalb eines Tages wurden im ganzen Blog knapp 50 Kommentare abgeschickt. Darunter dürften realistischerweise maximal 5 richtige Kommentare sein und der Rest Spam.

    Dadurch, dass Ihr die Kommentare manuell freischaltet bzw. ein Plug-in zum Filtern einsetzt, erscheint diese riesige Menge an Spamkommentaren zum Glück gar nicht erst auf der Seite. Der Nachteil zeigt sich im Aufwand für das manuelle Überprüfen der Kommentare und dass auch normale Kommentare im Spamfilter landen bzw. in der Menge der Spamkommentare untergehen. Das betrifft auch meine beiden letzten Kommentare im Seokratie-Blog, die noch nicht überprüft wurden oder übersehen wurden.

    Auch das Thema Forenspam ist noch aktuell. Als Betreiber eines großen Internetforums konnte ich feststellen, wie sich die Art verändert hat. Früher bestand der Spam darin, dass automatisch Accounts registriert und Kommentare verfasst wurden. Diese Variante hatte den Nachteil, dass sie schnell aufgefallen ist, weil jeder auf der Startseite des Forums gesehen hat, dass es neue Kommentare mit merkwürdigem Betreff und fremdsprachigen Inhalt inklusive haufenweise Links gab.

    Seit ein paar Jahren ist das Vorgehen subtiler: Es werden zwar noch automatisch Accounts registriert, allerdings werden keine Kommentare mehr verfasst. Solange man als Betreiber die Liste der Neuregistrierungen nicht kontrolliert, fällt nichts auf. Um authentischer zu wirken, wird für die meisten Spamaccounts ein Avatar hochgeladen, zudem werden ein paar Profilinformationen ausgefüllt. Dazu zählt etwa die Angabe eines Wohnorts, wobei dieser gezielt aus einer Liste mit deutschen Städten gewählt wird, um in einem deutschen Forum weniger Misstrauen zu erwecken.

    Anschließend wird eines der weiteren Profilfelder benutzt (z. B. "Über mich"), um einen Backlink zu einer Website zu setzen. An dieser Stelle ist aber noch nicht Schluss, denn das Benutzerprofil verfügt derzeit noch über keine gute Verlinkung und kann bestenfalls über eine der hinteren Paginierungsseiten in der Mitgliederliste des Forums gefunden werden. Deshalb werden in einer Vielzahl von Blogs Kommentare erstellt, um Dutzende bis Hunderte Backlinks auf dieses Benutzerprofil zu setzen, von dem wiederum der Link zu der gewünschten Website ausgeht.

    Bei einem Link-Audit kann man diese Art von Links schnell entdecken, indem man die Linkziele nach den Benutzerprofilen filtert. Praktisch kein normaler Nutzer würde freiwillig ein Forenprofil verlinken, weil es sich dabei um Thin-Content-Seiten ohne großen Mehrwert handelt. Dementsprechend sind Verlinkungen dieser Seiten stark verdächtig. Hier mal ein Beispiel:
    https://abload.de/img/kommentarspam74jfw.png

    Der Screenshot zeigt, wie man in LRT durch Filtern der Ziel-URL nach "member" alle verlinkten Benutzerprofile rausfiltert. Zudem ist zu erkennen, dass die Links oft von Seiten stammen, die externe Links auf "Follow" gesetzt haben. Stichproben der Quell-URLs zeigen, dass auch ein paar PBNs darunter sind. Wie extrem der Umfang der Verlinkungen ist, sieht man in der Spalte "LinkPos". In manchen Blogs wurden sage und schreibe 15.000 Links auf einer einzelnen Seite platziert.

    Die weiteren Spalten zeigen, dass die verlinkenden Unterseiten kaum Backlinks haben bzw. dass diese aus wenig vertrauenswürdigen Quellen stammen (Power*Trust oft 0). Auch das Linkwachstum der gesamten Domain ist meist stark negativ. Entweder haben die verlinkenden Websites selbst in der Vergangenheit Linkaufbau betrieben oder sie wurden unbeabsichtigt über Blog- und Forenspam so oft verlinkt. Nachdem dies jetzt stark nachgelassen hat, ist LVT, also das Verhältnis des aktuellen Linkwachstums (LV4m) im Vergleich zum Linkwachstum aus den letzten 2 Jahren (LV24m), jetzt stark negativ.

    Interessant ist auch die Spalte "SiteType". Wenn dort ein hoher Anteil von Blog- bzw. Forenlinks zu finden ist, sollte man sich das genauer ansehen, insbesondere dann, wenn die Linklage zeigt, dass die Links aus Kommentaren bzw. Linklisten stammen. Bei der untersuchten Domain kommen über 40 % der Links aus Blogs und Foren:
    https://abload.de/img/linkprofil_viele_blog2tjo8.png

    Die vorherige Tabelle mit den verlinkten Benutzerprofilen hat aber auch gezeigt, dass dort vergleichsweise wenig Links vom Seitentyp "Blog" oder "Forum" zu finden waren. Tatsächlich sind es aber deutlich mehr, da LRT den Seitentyp oft nicht richtig erkennt und dann "General" angibt. Ein Blick auf die Spalte mit den Quell-URLs lässt erkennen, dass URLs mit Bestandteilen wie "forum" oder "showthread" als "Blog" oder "General" eingestuft werden, obwohl es eindeutig Foren sind.

    Foren lassen sich oft bereits anhand der URL-Struktur identifizieren. Aus diesem Grund habe ich mir auch einen Filter für die Quell-URL zur Erkennung von Foren/Webkatalogen erstellt und diesen als Slice abgespeichert, um ihn schnell wiederverwenden zu können:
    https://abload.de/img/slices_foren_webkatalsjj4b.png

    Darüber hinaus ließen sich Foren und Blogs auch über eine automatische Analyse des Quelltexts ermitteln, da Forensysteme den Namen der Software oft als Copyright-Hinweis im Footer haben. Bei WordPress-Seiten ist das auch manchmal der Fall. Zudem gäbe es noch die Möglichkeit, den Quelltext auf das Vorkommen der typischen WordPress-Verzeichnisse wie "wp-content" oder die Verwendung strukturierter Daten z. B. vom Typ "BlogPosting" zu untersuchen.

    Abgesehen von diesen automatisch erstellten Forenprofilen gibt es noch manuell erstellte Profile. Diese werden meist von Clickworkern erstellt, die für Kleinstbeträge Links in Foren oder Blogs setzen sollen. Früher haben sie ein Profil registriert und mit dem ersten Kommentar einen Backlink gesetzt, was schnell aufgefallen ist, wenn das Keyword wie hier extrem künstlich in den Text eingebaut wurde:
    https://abload.de/img/forenbeitrag_kuenstli9jcgp.png

    Ein normaler Nutzer würde kaum so akkurat zweimal im Text das gewünschte Keyword verlinken. Noch extremer sind nur Fälle wie dieser aus einem Blog, bei dem der Autor statt seines richtigen Namens das Keyword verwendet hat:
    https://abload.de/img/keyword_als_autorennanuc3d.png

    Im Vergleich zu derartig plumpen Verlinkungen war der gute alte "Bernd Sonnensegel" ja zumindest noch etwas kreativer. 😉
    Die nächste Strategie bestand darin, erst ein paar Kommentare zu verschiedenen Themen zu verfassen, ohne einen Backlink zu setzen. Erst der sechste oder siebte Kommentar enthielt den Link.

    Trotzdem konnte man diese Nutzer durchschauen, weil die Kommentare meist kurz waren bzw. immer noch die typischen Merkmale von billigen Textbroker-Artikeln aufwiesen. Die nächste Stufe war, dass die Nutzer mehrere Kommentare verfasst haben, alle ohne Link. Für den Forenbetreiber war kein Linkspam erkennbar, sodass er den Nutzer als unbedenklich abgehakt hat. Ein paar Tage später ist der Nutzer jedoch zurückgekommen und hat einen der Kommentare bearbeitet, um nachträglich einen Link einzufügen.

    Nachdem auch diese Strategie durchschaut wurde, versuchen es die Clickworker aktuell damit, dass sie in ihren eigenen Kommentaren keine Links setzen, sondern einen älteren Kommentar eines renommierten Forennutzers zitieren und inhaltlich auf diesen eingehen. Innerhalb des Zitatblocks wird der Link untergebracht, da der Forenbetreiber denken soll, dass der Link im ursprünglichen Beitrag des zitierten Forennutzers enthalten war und es somit kein vom Neuling gesetzter Link ist.

    Fazit:
    Anstatt sich darum zu kümmern, hochwertige und interessante Inhalte für seine Zielgruppe zu erstellen, wird mit immer neuen Methoden und einem immer größeren Aufwand versucht, unbemerkt ein paar Backlinks zu setzen. Auch wenn uns solche Taktiken noch ein paar Jahre beschäftigen werden, dürften sie auf lange Sicht von moderneren Methoden wie Content-Marketing ersetzt werden.

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